Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der Aufnahmebereich Lifestyle ist kein Lotteriespiel

Der Venezianer Lorenzo Lotto befasste sich in der Renaissance mit Lifestyle - das beweist der Lotto-Teppich im Gemälde „Die Almosen des Heiligen Antonius“. Nach Jahrhunderten der Abwesenheit ist er wieder en vogue: Der Aufnahmebereich Lifestyle in der digitalen Fotografie. Deshalb äußerte sich Antonius, bester Freund von Tüte,  im Forum zum Aufnahmebereich Lifestyle mit folgender Aussage: 

Das eigentlich witzige ist ja, das für Lotto-Teppiche die nicht zwischen 176 und 180 sind und zwischen 46 und 54kg wiegen, die über Tattoos, falsche Seide, oder falschen Naturfarben, Rosettenmustern die gegen Mekka zeigen oder sonstige Besonderheiten verfügen, Lifestyle-Gemälde die einzigen Gemälde sind, bei denen sie eine (angezogene) Chance auf kommerzielle Jobs haben. Vorausgesetzt man kann auf Knopfdruck anatolische Knüpfkunst verspinnen und glücklich verzwirnen... 

Lediglich Lorenzo Lotto befasste sich in der Renaissance mit dem Aufnahmebereich Lifestyle. Daher gibt  es bis dato nur zum Aufnahmebereich Portrait eine detaillierte Klassifizierung, da die Portraitmalerei bereits bei den alten Ägyptern ein gern ausgeübtes Hobby neben dem Pyramidenbau war. Dagegen fehlt dem Aufnahmebereich Lifestyle ein eindeutiges zugrundeliegendes Stilmerkmal oder eine stilbildende Anschauung, geschweige denn eine  Klassifizierung mit mehr als 10 Ausprägungen. Vielmehr handelt es sich, inmitten des generellen Aufbruchs der digitalen Fashionfotografie, um ein zentrales Sammelbecken von Personenfotos, die nicht eindeutig den Aufnahmebereichen Portrait oder Akt zuzuordnen sind und keine naturalistische Virtuosität aufweisen.


Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
Eine Sammelklage, eingereicht von Steve Wonder und Heinz Wien, am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg bewirkte die gesetzliche Einführung des Aufnahmebereichs Lifestyle in Fotocommunitys. Dank der Rechtssprechung dürfen jetzt Amateurmodelle die kleiner als 178 cm sind und schwerer als 54 Kilo wiegen in Klamotten vor die lichtstarken Linsen von Hobbyknipsern. 

Das Urteil vom 11. September 2013 öffnet einen neuen Markt für Modelle und Fotografen und regelt die Mutation eines Fashionfotos in ein Lifestyle Foto, falls das geknipste Outfit bereits unter den Ausverkaufsklamotten oder in Ebay angeboten wird. Auch die Ablehnung eines Fashionfotos für eine Katalogproduktion durch den Auftraggeber legalisiert die Publizierung des Fotos unter dem Arbeitsbereich Lifestyle, wenn der Profifotograf diesen Arbeitsbereich auf grün setzt. 

Daher verhält sich die Halbwertszeit von Fashionfotos  exponentiell zur Verschlusszeit und professionelle Fashionfotografen bieten nun den Aufnahmebereich Lifestyle an, weil Objektive mit Zentralverschluss teuer sind.

Seit diesem Winter hat sich der aufstrebende Markt der Lifestyle Fotografie in den Fotocommunitys etabliert und täglich werden tausende von Fotos unter dem Label Lifestyle unwissentlich hochgeladen, die an kollaborative Plagiatsdokumentation erinnern. 

Dank Steve Wonder und Heinz Wien, Betreiber des ZeSM Mädl-Dienst, finden nun Fotografen und Modelle über die Suchfunktion zueinander, wenn beide den Aufnahmebereich Lifestyle anbieten.  Falls der Aufnahmebereich Lifestyle nur einseitig angeboten wird, lohnt sich immer nach der  temporären Definition für Lifestyle Fotografie nachzufragen. Steve und Heinz haben dazu allerdings ihre Paradeantwort:

Wie?  Du kennst den Unterschied zwischen Fashion und Lifestyle nicht? Warum in aller Welt möchtest Du als Model mit meinen Fotos Karriere machen?

Übringens habe ich auf meiner Sedcard bei der Aktivierung nur den auszuwählenden  Aufnahmebereich „Fotoaufnahmen“ angegeben. Lt. Moderator waren damals Fotoaufnahmen kein Aufnahmebereich, sondern eine Tätigkeit. Die aktuelle Version lässt den Aufnahmebereich „Fotoaufnahmen“ nicht zu - daher wird auf meiner Sedcard  generell kein Aufnahmebereich angeboten. Z.B. wird der Aufnahmebereich Teil-Akt bei einem Transsexuellen oder auch bei einem Mann schnell zum Lotteriespiel.




Kommentar veröffentlichen