Sonntag, 1. Dezember 2013

Locations, Locations, Locations - Interview mit Dr. h.c. Magoo



Im Rahmen unserer Interviewreihe widmen wir uns heute dem Thema Locations. Nach Bad Aibling ist dafür Dr. h.c. Magoo angereist, der erst vor kurzem die Verleihung des Doktor honoris causa von der Moskauer Asyl Universität erhielt. Diese Ehre bekam er für sein unermüdliches Engangement in Internetforen in Verbindung mit der  Implementierung des virtuellen Location Finders für Hohlkehlen.

Nach Informationen aus seiner Nachbarschaft ist Magoo zumindest kein unbeschriebenes Blatt in der Fashion- und Aktszene und weist bereits mehrere Accounts in größeren Fotocommunitys nach. Wer Dr. h.c. Magoo nicht kennt, sollte vorab seinen Steckbrief lesen, den MK-ASYL zusammen mit dem „Master of Locations“ erstellt hat.


Steckbrief Dr. h.c. Magoo

Ich bin extrem kurzsichtig und aufgrund meiner Sehbehinderung schaffe ich unglaubliche Fotos. So habe ich einmal ein Model in einem Maiskolbenfeld porträtiert, obwohl ich in einer verlassenen Garage knipste und das Model breitbeinig vor den Kolben einer V12 Stealth Cobra stand. Ja, das war einer meiner ersten Schlangenshootings auf TFP. 

Trotz Verleihung der Ehrendoktorwürde bleibe ich stets auf dem Teppich der Hohlkehle  und setze meinen Kampf gegen die Egoisten fort, die ihre Locations nicht preisgeben. Meine über 20 jährige Erfahrung in der Fotografie ermöglicht mir, das kleine verborgene wahrzunehmen und in Verbindung mit meinen lichtstarken Objektiven von Tamron zaubere ich mit meiner Canon Fotos, wo atemberaubende Modelle und bizarre Locations in einer Komposition verschmelzen. Für diese guten Fotos gibt es kein Patentrezept, jedoch reizt mich immer ein Akt im Getreidefeld, Ton in Ton. Dazu das geeignete Getreidefeld  mit fleischig verdickten Ähren für fülligere Modelle, Getreidefelder mit gestreckten Ährenspindel für das magersüchtige Model und Getreidefelder mit blühenden Ähren für Modelle mit glühenden Brustwarzen, das ist das Ziel meiner Vorstellung. Erreichen wird man das Ziel nur über Locations, Locations und nochmals Locations.

Nun der Abdruck des exclusiv Interviews mit Dr. h.c. Magoo

MK-Asyl
Dr. h.c. Magoo wie war ihre lange Anreise mit der Bahn nach Bad Aibling?

Dr. h.c. Magoo
330 km Bahnstrecke Richtung Süden mit dem ICE, der mir viel zu schnell fuhr, da ich nicht alle neuentdeckten und mir bis dato verheimlichten  Locations in meinem Location-Finder erfassen konnte.

MK-Asyl
Welche neuen Locations sind nun durch die Bahnreise hinzugekommen?

Dr. h.c. Magoo
28 Getreidefelder, 27 Wälder, 8 Baggerseen, bei Ingolstadt ein Audi Parkplatz, ein Schloss in München und  eine große Zeltdachkonstruktion auf einem Berg. Nach Hinterfragung meiner Sitznachbarin handelt es sich hier um ein altes verlassenes Olympiastadion.

MK-Asyl
Was ist ihr neuestes Fotoprojekt?

Dr. h.c. Magoo
Das verlassene Olympiastadion geht mir absolut nicht mehr aus dem Kopf. Auf dem neuentdeckten Zeltdach würde ich gerne mal eine dralle Blondine in Ketchup ablichten.

MK-Asyl
Gibt es denn da keine rechtlichen Probleme mit dem Projekt?

Dr. h.c. Magoo
Kann sein, denn bei dem Ketchup handelt es sich natürlich um die Marke Heinz. Hier werde ich mal vorsorglich den den Heinz aus Wien mailen, der den ZeSM Mädel-Dienst hat. Heinz weiss immer alles. Das ist für mich die größte Angst die ich habe, wenn Rechte verletzt werden.

MK-Asyl
Wie kommen Sie denn zu dieser genialen Idee eine Blondine in Ketchup abzulichten?

Dr. h.c. Magoo
Ich verbinde mit Fotografie Ästethik, Vollkommenheit und Schönheit. Für eine Location, die ich zufällig finde wie das alte Olympiastadion, passt auch nicht jedes Model. Ich suche mir das Model nach meiner Location aus. Ich entwickle aus einer Location heraus meine Ideen, die ich umsetzen möchte. Hier passt nur blond, drall und Heinz Ketchup in gewagten Posen.

MK-Asyl
Gibt es auch Locations die Sie in ihrem Location-Finder nicht verraten?

Dr. h.c. Magoo
Andere Locations, wie Industrieruinen oder Werkstattgebäude in und um Kassel gehören zu meinen privaten Kontakten und werden nicht veröffentlicht!

MK-Asyl
Wo steckt genau ihr Mehrwert, diese Locations nicht preiszugegeben? Ist hier nicht ein Widerspruch zum Egositen zu sehen, der keine Locations veröffentlicht?

Dr. h.c. Magoo
Zum Beispiel war mein letztes Schlangeshooting in einem verlassenen Werkstattgebäude und auf dem Foto sieht man nur ein Getreidefeld mit fleischig verdickten Ähren und das passende Rubensmodel hält ängstlich die Kobra über den Hals. Solche Orte sollte man schon wieder so verlassen, wie man sie vorgefunden hat. Wie soll den der schwarzarbeitenede Mechaniker den Kolbenfresser der Cobra wieder richten, wenn dort so eine Unordnung hinterlassen wird?

MK-Asyl
Dr. h.c. Magoo Sie bringen es wirklich auf den Punkt. Abschließen möchten wir noch gerne was von ihnen über Kunst und Fotografie erfahren.

Dr. h.c. Magoo
Wenn bei Urparktüte ein H fehlt dann ist es noch nicht Kunst. Jeder siehst Kunst auf seine Weise. Ich könnte jetzt auch sagen, wenn Du 6 m weiter gegangen wärst,  hätte das Foto auch mir gefallen können. 

MK-Asyl
Zusammenfassend kann man auch sagen:
In ihrem Location-Finder ist auf den Millimeter genau verortet, wo eine Urwaldtüte auf einem Kunstfehler parkt.

Dr. h.c. Magoo vielen Dank für das interessante Gespräch. Als Dankeschön erhalten Sie von uns ein Rückfahrtticket mit der Regionalbahn, damit sie offene Getreidefelder auf ihrer Strecke nach Frankfurt zurück lückenlos in ihrem Location Finder erfassen können.  

++++++ Ende Interview +++++++++ Ende Interview +++++++++++++++++Ende Interview+

Im Rahmen dieses Artikels bemühten wir uns noch nachträglich und ergänzend, Nutzungsrechte von Dr. h.c. Magoo von einigen seiner genialen Fotos zu erwerben. Die Verschmelzung von Model und Location wollte ich der Leserschaft nicht verwehren. Zwei schriftliche Anfragen per Mail blieben leider unbeantwortet. 

Zum Artikel „Giotto‘s Schaf im Sand des Bildkommentars verweht“ konnten wir auch von Schmutz-B-ärlin *Sucht Models f. div. TfG-Projekte keine Nutzungsrechte erwerben und ich musste zum Leidwesen der Leser auf einen Edding zurückgreifen.  Seit Veröffentlichung des Posts zu Giotto hat er eine neue Identität und führt nun den Nickname Schmutz B - Photographie, der sich auch qualitätsneutral zu seinem Geknipse verhält. 


Ein weiterer Fotograf wurde vom MK-Asyl entdeckt, der sich mit einem vollkommen anderen Ansatz der Locationssuche wie Dr. h.c. Magoo befasst. Er sucht die geilen Locations über eine  Jobausschreibung, die er bereits seit  einigen Jahren in Fotocommunitys schaltet. Auch in dem Fall wartet MK-Asyl auf eine Antwort zu der Anfrage nach dem Erwerb von Nutzungsrechten.


Methode Location-Finder nach Dr. h.c. Magoo

Hier sieht man das einzigartige Grün eines Strauchs, der nur im Schlosspark in Nymphenburg wächst. Botanik und die tragende Schafwolle des Modells verschmelzen in Ästethik, Vollkommenheit und Schönheit.







Methode Location-Finder nach Dr. h.c. Magoo

Zur Weihnachtszeit werden natürlich Scheunen bevorzugt, die bereits von den Hl. 3 Königen aufgesucht wurden. Über den Location-Finder erhält man auch historische Kulturstätten zur Auswahl. Voraussetzung dafür ist jedoch der Nachweis der Abführung der Kirchensteuer. Erst dann kommt man in den Genuss, jahrtausend altes Sperrholz zu gewagten Posen abzulichten. 





Ein Sensation kurz vor Redaktionsschluss! MK-Asyl konnte die Nutzungsrechte für ein Bild erwerben, das nach der Methode "geile Location via Jobausschreibung" entstand. Kommt nun Zweifel auf bei der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Methoden zur Locationsuche? 


Fotograf: Werner Märker

Methode "geile Location über Jobausschreibung"

Hier rockt natürlich die Location Waschbrettbauch gewaltig. Auch hier wieder eine Kultstätte. Die Grüne Lagune der Insel Porto Santo, wo Christoph Kolumbus Sohn Diego auf die Welt kam. Chapeau! Ein fotografischer Gegenschuss, wo das Model an die Bedeutungsperspektive alter Meister erinnert und die Palmen den starken Passatwinden trotzen.  












Fotograf Klaus Kremtz

Methode "geile Location über Jobausschreibung"

Excellentes Pacing des Profimodels durch halten des Stocks mit ihren zwei Fingern. Ausschließlich dadurch konnte die geheime Location zweifelsfrei identifiziert werden, da nur afrikanische Elefanten zwei Rüsselfinger haben und der 6 Tonner konnte durch das Pacing Vertrauen zum Model aufbauen. Skeptische Blicke von beiden, ob denn im Hochland von Tansania die dicken Wolken endlich Niederschlag bringen, machen dieses Foto in dieser Location einzigartig.










Früher war ich mal folgender Meinung:

Bei der Personenfotografie brauche ich zuerst das Model und daraus ergibt sich dann der Rest, wie z.B. die Location. Wenn Du das umgekehrt machst, dann merkt man das dem Bild an und die Location wird zu dominant. Das Interview mit Dr. Magoo zum Thema Locations  lässt mich die Location nun aus einem anderen Blickwinkel sehen.

Für mich mehr als beeindruckend, wie man über beide Methoden im Rahmen von Projekten über die Location zu Fotografien kommt, die einen hohen Wiedererkennungswert haben und nachhaltig auf den Betrachter wirken. Der Preis ist hoch. Suchen, suchen, suchen ..... und dann kommen die LIKES.





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